· 

Tag 18 - Malls und mehr

Good day, everyone! An Tag 18 gelang es uns erstmalig, in etwa zu der angepeilten Uhrzeit (7am) aufzustehen, um im Anschluss die Walmart-Washrooms zu nutzen und zwei large Premium Roast bei McD zu erwerben. Natürlich würden wir NORMALERWEISE NIE bei McD kaufen. Egal was. Nie. Aber nachdem wir letzte Woche entdeckt haben, dass es auf den McDonalds-Kaffeebechern kleine Sammelaufkleber gibt und eine Kollektion von zehn Aufklebern gegen einen Gratis-Getränk getauscht werden kann, gibt es diesbezüglich natürlich kein Halten mehr.

Nachdem gestern beim Zwischenstopp in Moosomin kein schnelles Internet zu finden war und auch das Walmart-Wifi in Regina nicht ausreichte, um Uploads zu machen, erfolgte die heutige Pause auf dem Weg in die Stadt mit dem mysteriösen Namen „Medicine Hat“ in der winzigen Mall des gleich neben dem Highway gelegenen Örtchens Swift Current. Mit einer Mall hatten wir ja zuletzt in North Bay gute Erfahrungen gemacht: es gibt Wifi, in der Regel erträglich gemütliche Sitzecken, die auch zum Verweilen gedacht sind (im Gegensatz zu Ausstellungsstücken in Baumärkten etc., da wird man komisch angeguckt, wenn man da zu lange rumhängt; also nicht, dass wir da Erfahrungen hätten...), wenig mundgerechten Schotter, keine giftige Pflanzen sowie eine ebenfalls vergleichsweise geringe Anzahl an Mücken und andere Suckers. Ein weiteres großes Plus ist die Abwesenheit der Notwendigkeit, das Kind mit Sonnenschutz-Eincrem-Vorgängen oder gar einer Kopfbedeckung zu quälen. #campenmitkleinkind #jaumgebung #letsgotothemall 

 

Wir waren eigentlich schon wieder auf dem Weg nach draußen, denn Tim hatte bereits nach wenigen Minuten fluchend das Notebook wieder zugeknallt - das Wifi reichte für nichts und auch sonst war in der Mall nix los - als ich kurz noch zu Staples abbog, um dort nach einem Travel Adapter zu fragen. Den gab es dort auch,  er stammte ganz offensichtlich aus diesem Jahrtausend und kostete „nur“ 15 CAD. Nehmen wir! In der Zwischenzeit hatte Tim in einer anderen Sitzgruppe doch eine ganz okay Internetverbindung gefunden, so dass das Baby und ich erstmal auf Jück gingen. Allerdings war, nach wie vor, nix los. Aber alle Leute freuten sich, das Baby zu sehen, und das ist ja auch nett, wenn man anderen so den lahmen Vormittag etwas versüßen kann. Warum in der Mall von Swift Current an einem Samstag so wenig los ist, kann man sich aber trotzdem fragen. Auf jeden Fall war im Verhältnis das Seniorenaufkommen recht hoch, was daran gelegen haben könnte, dass der in der Mall ansässige Friseur samstags Seniorenrabatte versprach. Vielleicht wohnten sie aber auch in der Nähe, die Senioren, meine ich, denn zumindest ein alternder Cowboy nutzte die Gesamtinnenlänge der Mall von etwa 200 Metern für einen brisken Spaziergang, während draußen die Sonne auf Parkplatz und Jomo knallte. Wir suchen übrigens noch immer jedes Mal auf den riesigen Betonflächen vor Supermärkten, Malls, etc. nach einem Platz im Schatten, obwohl wir schon wissen, dass es keinen gibt. Es gibt einfach keinen, nirgendwo. Es ist, als ob diese Art von Gebäuden in Nordamerika keinen Schatten werfen. Ich weiß nicht, wie das möglich ist, aber so ist es. 

Als Tim dann mit Internetten fertig war, hatte das Baby in der Zwischenzeit zwei Windeln verbraucht, ein Quetschie gegessen bzw. auf dem Fußboden verteilt, zwanzig bis fünfundzwanzig Preisschilder bei dem benachbarten Walmart vertauscht (die Mall war wirklich nicht groß und irgendwie mussten wir uns ja die Zeit vertreiben) und alle anwesenden Mitarbeiter*innen und Besucher*innen ein bisschen fröhlicher gemacht. Das war alles offenbar sehr anstrengend gewesen, denn, kaum hatte ich mein Notebook geöffnet, fiel es über seine Füße und landete auf dem Gesicht, was vor allem dann passiert, wenn es müde ist, und was vor allem dann auch noch besonders schlimm ist. Jedenfalls war es untröstlich und so packte ich unverrichteter Dinge wieder zusammen und auf ging es back on the road. Kurz unter dem Gewitter durchgetaucht und ab zurück in den Sonnenschein! Der Ventilator, der dank des neuen Adapters über die 12 Volt Steckdose ein laues Lüftchen produzierte, fing nach etwa 20 Sekunden an zu stinken und nach 25 Sekunden an zu rauchen. Ich habe ihn dann erstmal wieder ausgemacht. Diese Geschichte ist also doch noch nicht zu Ende.

 

Glücklicherweise war in Medicine Hat die zweite aufgesuchte Starbucks-Filiale mit ausgezeichnetem Wifi und Parkplatz vor der Tür ausgestattet, so dass ich in der Stadt mit dem größten Tipi der Welt doch noch zu meiner Internet-Zeit kam, während das Baby Becher und Kleidungsstücke den Jomo-Gang hoch- und runtertransportierte und Tim sich auf den aktuellen WM-Stand brachte. #deutschlandvor #likewecare

Beim anschließenden Abstecher in einen Park mit Spielplatz begegneten uns dann noch Mennonitenkinder in merkwürdigen Kleidern, ein pensionierter Oberschlesier und seine Frau mit Schweizer Abstammung, der seit 1956 in Kanada lebt und den deutschesten Akzent der Welt hatte, sowie ein leicht autistisch wirkendes Kind, das, jedes Mal, wenn das Baby ihm auf seinem Weg über den Spielplatz begegnete, in einem klagenden Tonfall „Beeebyyyy!“ rief, und dann weiterlief. Naja. Wir sind nicht so lange geblieben. Schließlich wartete ein Walmart-Parkplatz auf uns, an dessen individuelle Besonderheiten ich mich schon jetzt nicht mehr erinnern kann. Es gab jedenfalls ziemlich sicher keinen Schatten und das Internet war langsam. Egal:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0