· 

Tag 15 + 16 – Das erste Feuer

Da wir der nächtlichen Moskito-Überfälle immer noch nicht wirklich Herr geworden sind, beschließt Jo wenigstens das Essen an der frischen Luft ungestört zu gestalten und errichtet ein provisorisches Insekten-Schutz-Zelt. Darin frühstückt es sich höchst angenehm und da der ganze Auf- und Abbau der Mahlzeiten inklusive Reinigung des Babys so wie des vom Baby mit Spuren des Genusses übersäten Baby-Sitzplatzes immer einige Zeit in Anspruch nimmt, ist der halbe Tag auch schon vorbei und damit Zeit für etwas Abkühlung.

 

My mosquito-tent is my castle.

 

Kiche Manitou "Beach"

 

Das Baby planscht im Wasser und schaufelt sich genüsslich den Sand-Matsch in die Figur. Da es anschließend noch recht früh ist, wird das erste Feuer entzündet um sodann mit in Alufolie gewickelten Kartoffeln das erste BBQ der Reise zu zelebrieren. Da wir das Feuermachen nicht wirklich auf dem Zettel hatten, mangelt es momentan an weiterem Grillgut, was der Schönheit und Gemütlichkeit des Abendessens keinerlei Abbruch tut. Baby ToJo ist gebannt von dem heißen, orangenen Etwas, das da in sicherer Entfernung tanzt und knistert und wir freuen uns, dass es die fliegenden Viecher abhält. Letzteres hält leider nur bis zur Schlafenszeit vor und da wir immer noch nicht wirklich Zeit in das Moskito-Sicherungs-Upgrade von JoMo investiert haben, ist der erste Teil der Nacht erneut geprägt von den drei großen Fs: Finden, Folgen, Fangen (wobei sich „Fangen“ in diesem Zusammenhang als Euphemismus für „kaltblütiges Zerquetschen“ versteht).

 

Am folgenden Tag geben wir uns dem Müßiggang hin und da die Temperaturen nach wie vor im endzwanziger Bereich herumlungern, entschieden wir uns sowohl gegen „our very own little desert“, wie die Park-Rangerin die „Spirit Sands“-Düne liebevoll nennt, als auch gegen „Devil’s Punch Bowl“, ein mit Grundwasser gefülltes und wohl irgendwie mystisch anmutendes Loch im Boden am Ende einer 5 km langen Wanderung durch die Steppe. Spruce Woods Provincial Park hält augenscheinlich viele Leckerbissen für das Auge bereit, doch aktuell steht uns der Sinn mehr nach Schatten und Ausruhen. Selbst zum Fotografieren sind wir zu faul, weshalb der 21. Juni der bis dato einzige Tag komplett ohne Foto ist. Daher hier ein Foto vom Tag davor:

 

"Ah, fire! Scourge of Prometheus! Toaster of marshmallows! Eradicator of dead wood..."

 

Nachdem dieses Mal gerade zu auszeichnungswürdige Quesadillas auf dem Grill gezaubert werden, widmen wir uns dem Ritual Baby-zum-Schlafen-bringen-Mücken-Jagen-Froschkonzert hin.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0