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Nachtrag zu Tag 12 – Märchenwald

Feen, Wichtel, Moos, Waldorf, Zauberei, verwunschen, Filz. Ich kann mich beim besten Willen nicht entsinnen, woher diese Assoziationskette stammt. Feen, Wichtel, Moos, Waldorf, Zauberei, verwunschen, Filz. Die Erinnerung ist aber ganz eindeutig und sie erzeugt ein geborgenes und etwas rätselhaftes Gefühl und riecht nach Wald und Pilzen. Waren wir mal bei einem Bastelnachmittag in einer Waldorfschule und haben diese typischen Püppchen gestaltet, die dann auf Moos wohnen? War ich vielleicht mal bei einer befreundeten Familie zu Gast, deren Kinder zur Waldorfschule gingen und habe dort mit ähnlichen Figuren in einem waldigen Szenario gespielt? Ich weiß es wirklich nicht, und ich habe mindestens drei Stunden darüber nachgedacht, als ich uns nämlich gestern bergauf, bergab durch genau diesen verwunschenen, moosbewachsenen und nebligen Märchenwald gefahren habe, in dem Tüll-Feen und Waldorf-Wichtel mit Filzmützen zuhause sind. Er wächst am Lake Superior zwischen White River und Red Rock, wo er in dem sattesten Grün leuchtet, das ich je gesehen habe. Zwischendurch, auf kleinen Anhöhen, gibt er den Blick auf den See frei. Die Nebelschwaden hingen tief über der riesigen, grauen Fläche; mit Schatten dort, wo kleine Inseln oder Felsen die glatte Oberfläche brachen. Was für ein phantastischer Ort.  Was für eine phantastische Strecke. Was für ein faszinierendes Gefühl, ganz echt an einem Ort zu sein, von dem ich längst vergessen hatte, ihn mir vorgestellt zu haben. So versunken war ich in die Aussicht und konzentriert auf die vernebelte Straße, dass ich vergessen habe, Bilder zu machen. Tim hat zum Glück eins, das eine Ahnung des Zauberwalds vermittelt. Nur eine Ahnung, versteht sich. 

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